28.08 Workshop zum Thema "Fußball und Gender" und Filmabend

Nach dem Frühstück begann unser Tag um 09.30 Uhr. Wir trafen uns, wie jeden Tag im Eingangsbereich des Hostels und gingen danach gemeinschaftlich in die Villa. Dort erwartete uns bereits der Workshopleiter Jan. Im Workshop sollten die Thematiken Fußball und Gender besprochen werden. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der die Erwartungen an den Tag geklärt wurden konnte es auch schon los gehen. Jan visualisierte anhand einer Graphik eines steilen Berges den Ablauf des Tages. Für ihn sei so ein langer Workshop, wie der Aufstieg auf einen hohen Berg. Dieser enthält einen steilen Aufstieg, eine Station mit einem Zelt, welche die Pause des Workshops darstellt und der Gipfel, der die Vorstellung unserer Gedanken verdeutlichen soll. Einen Einstieg gab uns Jan durch kritische Aussagen, zu denen wir uns auf einer Skala von kompletter Zustimmung bis zu klarer Ablehnung positionieren konnten. Es waren Sätze wie: „Mit einer homosexuellen Person würde ich nicht in einer Mannschaft spielen wollen.“



Die Diskussionen danach waren sehr angeregt und interessant. Im nächsten Schritt wurden Magazine, wie beispielsweise Womens Health in kleine Gruppen gegeben. Die Aufgabe der Teilnehmerinnen bestand darin, das Bild welches über Frauen oder Männer in diesen Zeitschriften vermittelt wird herauszuarbeiten. Im gemeinsamen Vergleich der Ergebnisse dieser Aufgabe ergab sich das Bild eines starken, muskulösen Mannes, welcher scheinbar ein problemloses Leben führt, dass natürlich minütlich auf Social Media präsentiert werden muss. Das Bild der Frau, welches präsentiert wird, war ein auf Sport und Shopping fokussiertes und makellosen Wesen. Ob dieses Ziel eines idealen Aussehens erreicht werden soll, um sich selbst glücklich zu machen und sich selbst zu verwirklichen oder lediglich um in ein gesellschaftliches Raster zu passen, Männern zu gefallen und für andere perfekt zu sein hat zu angeregten Diskussionen in der Gruppe geführt.







Nach dem hielt Jan einen Vortrag über Fußball und Gender und sprach auch darüber, wie eng die beiden Themen miteinander verflochten sind. Noch immer ist vor allem in der Sportart Fußball Diskriminierung von homosexuellen Fußballspielern ein problematisches und konfliktgeladenes Thema. Jan selbst war schon immer ein befristeter spieler und berichtete uns seine Erfahrungen über ein Outing und seine Zweifel, als er in dieser Situation war. Diese Situation war einer seiner Beweggründe gewesen, um einen eigenen NGO mit anderen ehemaligen Kollegen aus dem Verein Gerede e.V. zu gründen. Dieser trägt den Namen Feiner Fußball und setzt sich für Offenheit gegenüber LGTBI Personen im Fußball ein. Ganz nach der Devise „Bei uns darf jeder mitspielen!“. Der Gruppe wurde außerdem erklärt welche Rolle verschiedene Bezugsgruppen beim Fußball spielen. Anschließend war es unsere Aufgabe sich in die Position eines NGO’s, Fans, Verbandes oder Mannschaftsmitgliedes hinein zu versetzen und Ideen herauszuarbeiten, welche für eine Gleichstellung von Frauen und LGTBQI Personen im Fußball führen. Es sollten Ergebnisse vorgestellt werden, welche die polarisierteste und bekannteste Sportart in Deutschland zu einer offenen Sportart zu entwickeln führen können. Die Präsentation der einzelnen Gruppen waren sehr interessant und enthielten gute und spannende Vorschläge. Nach dem Abendessen und einer kurzen Pause am Abend, ging es für alle zusammen ins Kino.





Der Film Donbass stand auf dem Spielplan und nach einer kurzen Begrüßung vom Regisseur öffneten sich die roten Kinovorhänge und die Spannung im Saal war förmlich zu spüren. Die Betreuer haben uns im Vorhinein auf eine eher spezielle Art von Film Aufmerksam gemacht. Der Film zeigte in mehreren Szenen die Situation in der Ukraine, während des dort herrschenden Krieges. Für viele der ukrainischen TeilnehmerInnen waren diese Szenen eine große Belastung und sehr aufwühlend. Im Anschluss stand der Regisseur noch für offene Fragen zur Verfügung. Eine umfassende Evaluation sollte am nächsten Tag erfolgen. Am Abend genossen alle noch das gemütliche Beisammensein. Es wurden Karten gespielt, Diskussionen geführt und Billiard Turniere ausgetragen. Erst zu nächtlichen Zeiten trat eine schläfrige Ruhe im Hostel ein.

Lena und Julia

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